Ein Reisebericht von:
Birdingsafari in Kenya

Text Jörg Reinecke; Fotos Petra und Jörg Reinecke (digital)
Löwen, Masai Mara

Die Dürre in Kenya und Wiesersehen mit den Raubkatzen der Mara
- Kenya September 2009 -


Alte Bekannte, die Raubkatzen der Masai Mara
Am Donnerstagmorgen war dann auch alles notwendige schnell verladen und wir rollten früh vom Hof des Boko Boko in Richtung Nairobi, unserem ersten Etappenziel! Da wir die Strecke in diesem Jahr bereits schon im Februar gefahren waren, wussten wir, dass uns bis Sultan Hamud eine gut ausgebaute Strecke erwartete und danach maximal noch vier größere Baustellen kamen, von denen die letzte unmittelbar vor Nairobi die schlimmste war. Unsere Höchstgeschwindigkeit betrug vorschriftsmäßige 80Km/h, so dass wir entspannt vorwärts kamen und gleichzeitig auf Geräusche und Gerüche des Land Cruiser achten konnten, während die auffallend trockene Landschaft an uns vorbei zog. Was waren unsere minimalen Sorgen um das Auto, im Vergleich zu den Problemen, die das Land momentan hatte.
In Kenya herrschte Dürre!

An der Küste war von dieser Tatsache wenig zu sehen und tatsächlich hatte es dort sogar jetzt während der offiziellen Trockenzeit immer mal wieder geregnet. Der Garten des Boko Boko war üppig grün und die Porini Farm hatte gute Ernten an Mais, Paprika, Tomaten, Zucchinis und vor allem Chilis eingefahren. Jetzt aber keine 100 Kilometer nachdem wir Mombasa in Richtung Nairobi verlassen hatten, wurde das Land zusehends trockener. Die Felder sahen ausgedörrt aus, Bäume hatten kaum oder kein Laub, die meisten Wasserlöcher waren trocken und bei den Rindern und Ziegen am Straßenrand konnte man die Knochen sehen. Zwar sind trockene Böden am Ende der Trockenzeit ein relativ normales Bild. Aber in diesem Jahr war es besonders schlimm, die sonst so ergiebige Große Regenzeit (Normal Ende März bis Anfang Juni) war fast komplett ausgeblieben. Dazu kamen die Probleme die die voranschreitende Abholzung des Mau Waldes mit sich brachten, wodurch die wenigen Regenfälle nicht im Boden gespeichert werden konnten, sondern Erdmassen mit sich rissen und das Wasser irgendwo versickern ließen.

Link:

Wir fuhren wie immer auf der Mombasa - Nairobi Route mitten durch den Tsavo National Park und sahen außer einigen Dik Dik Antilopen zum ersten Mal kein Wild auf dieser Strecke. Zwar hatten viele Büsche noch Blätter aber grüne Grashalme suchte man vergebens. Nachdem wir an der Hunters Lodge eine kurze Pause eingelegt hatten näherten wir uns Nairobi und die Landschaft wurde immer trockener. Ab Emali (Abzweig in den Amboseli National Park) sahen ganze Landstriche so aus, wie ich mir den Mond vorstellen würde. Roter staubtrockener Boden ohne auch nur einen einzigen Pflanzenhalm, dazwischen laublose Baobab Bäume! Auf den sonst ausgedehnten Weideflächen der großen Rinderfarmen vor Nairobi, das gleiche Bild. Trockenheit hatten wir schon oft erlebt, aber solche Bilder hatten wir noch nicht gesehen.

Dürre Kenia


Nach 8 Stunden Fahrt erreichten wir den Stadtrand von Nairobi, eine weitere Stunde brauchten wir um uns bis zum Büro von SUNWORLD Safaris durch den dichten Verkehr zu kämpfen. Da wir in diesem Jahr wieder einige Nächte im wunderschönen und super zentral gelegenen Mara Bush Camp verbringen wollten, hatten Gaby und Dave es für uns übernommen die Parktickets für uns und das Fahrzeug zu besorgen. Ein sehr hilfreicher und gern angenommener Service , da man seit Anfang des Jahres offiziell keine Tickets mehr am Reservat Gate erhält, sondern diese in Nairobi kaufen muss.

Bei einem gemeinsamen Drink, erfuhren wir Neuigkeiten aus der Mara und vom Camp, erhielten nützliche Telefonnummern und natürlich unsere Tickets, ehe Dave uns ein nettes Cafe zeigte, an dem wir ein kleines Dinner einnehmen konnten. Die Nacht in Nairobi verbrachten wir bei netten Bekannten im Gästezimmer denen wir nicht weiter als nötig zur Last fallen wollten und so Nairobi recht früh ohne Frühstück verließen.

Die kurze morgendliche Überprüfung des Land Cruiers hatte zuvor ergeben, dass wir ein paar losen Bolzen an der Steckachse hatten, aber sonst keine Mängel! Und die Bolzen würden schon bis zur Mara so halten und dann schauen wir mal. (dachte ich!)

Wie wir von Gaby erfahren hatten, war die Strecke bis nach Narok sehr gut hergerichtet worden und momentan (mal sehen was nach der Regenzeit davon übrig ist) sehr gut zu befahren und so erreichten wir nach nur 3 Stunden die immer größer werdende Masai Stadt Narok! Nach Narok war es nur noch ein kurzes Stück asphaltierter Straße, so wussten wir und danach führte die Route auf Bushpisten weiter bis in das Mara Reservat. Wir nutzten also die Gelegenheit einer letzten ordentlichen Tankstelle und Werkstatt, tankten beide 90 Liter Tanks mit Diesel voll und ließen zur Sicherheit auch noch Getriebeöl und Differenzialöl überprüfen.Das wir kaum noch einen Tropfen Getriebeöl in der Box hatten, erklärte dann auch die immer hakilg werdendere Gangschaltung. Aber das "matata" war mit ein paar Umdrehungen aus der Schmierölkanne wieder behoben. Die anschließende Abrechnung des Ganzen war dann schon wieder komplizierter!
Auf die Frage was eine Umdrehung kostet (das Öl wird durch kurbeln in die vorgesehene Box gepumpt) bekam ich die Antwort:
"300/- KSH"
abgesehen davon, dass das viel zu teuer war, ging es folgendermaßen weiter.
"How many rounds have you don?"
"11 Sir, 7 gierbox and 4 diff" bekam ich als glaubwürdige Antwort,
"so, how much" fragte ich weiter,
"give me 3000/- KSH" sah mich der Fundi fragend an
"includet labour"
wollte ich von ihm wissen um zu hören ob 11x 300 plus Arbeitslohn wirklich 3000 sind!
"yes, includet labour!"
bekam ich als Antwort
"Ok, you get 1500,- KSH"
beendete ich das Gespräch, bekam ein Lächeln als Antwort, zahlte und fuhr weiter in Richtung Masai Mara Reservat!

In den vergangen acht Jahren bin ich mit dieser Safari nun bereits zum 13 Mal in der Masai Mara unterwegs, aber noch nie hatte ich die Anfahrt als so trostlos empfunden, die Landschaft als so ausgedörrt. Noch nie hatten wir auf dem Streckenabschnitt zwischen Narok und Sekenani Gate so wenig Wild gesehen. Wo sonst schon Herden von Zebras und Gnus in den Ebenen grasten, wo große Gruppen von Giraffen gemächlich ihres Weges zogen, wo Thomson Gazellen und Ziegen friedlich nebeneinander weideten, stand diesmal kein Grashalm und kaum ein Tier war zu sehen.

Nach der Durchfahrt am Sekenani Gate in das eigentliche Mara Reservat änderte sich das Landschaftsbild kaum. Die sonst meist grünen Hügel der Ngama Hills waren braun. Von den sonst in Gate Nähe grasenden Huftieren waren einzig ein paar Topis zu sehen. In der Entfernung sahen wir ein paar Warzenschweine. Schnell erkannten wir, zwischen Sekenani und Keekorok wird es nicht viel Wild geben, wollten uns aber einen genaueren Überblick verschaffen und fuhren erst einmal abseits der Allwetterpiste auf kleinen Bushpisten kreuz und quer durch die Mara, grob in Richtung Talek Gate. Das hohe trockene Gras machte die Wildbeobachtung bzw. -suche nicht einfach, umso mehr freuten wir uns als wir nach ein paar Thomson Gazellen und Impalas einen ersten Geparden in einem Bush entdeckten! Wenig später erspähte ich einen Steinböckchen Bock, der es uns alles andere als leicht machte, ihn zu fotografieren. Zufrieden mit diesen beiden ersten Ergebnissen und da die Mara in diesem Gebiet ansonsten wie leergefegt wirkte (was durchaus auch schon in anderen Jahren vorgekommen war) und wir herausfinden wollten wo den nun das meiste Wild stand, beschlossen wir nach passieren des Talek Gate auf direktem Weg ins Mara Bush Camp zu fahren.

Mara Bush Camp Mara Bush Camp

Auf der Fahrt fanden wir zwischen Talek Gate und dem Kiombo Airstrip unerwartet wenig Wild vor. In den letzten Jahren war dieses Gebiet sonst immer sehr wildreich und eine gute Adresse für Pirschfahrten gewesen. Gespannt über weitere Informationen fuhren wir in das versteckt am Olare Orok River liegende Mara Bush Camp, welches Sunworld Safaris gehört und ansonsten ausschließlich vom eigenen Unternehmen angefahren wird! Wir haben vor einigen Jahren unseren Land Cruiser HZJ 75 von Gaby und Dave gekauft und damit eines ihre ersten Safarifahrzeuge übernommen. Mit Gaby und Dave in Nairobi und Gabys Bruder Hermann in Wien haben wir kompetente hilfreiche Freunde gewonnen, die uns auf unseren selbst organisierten Safaris, nicht nur mit Rat und Tat zur Seite stehen sondern uns auch die Möglichkeit geben ihr individuelles, Mara Bush Camp zu nutzen, welches nicht nur eine exelente Lage während der Migrationszeit hat, sondern uns auch noch die nötige Privatsphäre bietet die wir auf einer Safari gerne genießen!

Mara Bush Camp Mara Bush Camp

Mara Bush Camp SUNWORLD

Mara Bush Camp Mara Bush Camp
Mara Bush Camp Mara Bush Camp
Mara Bush Camp


Das Gebiet in dem das exklusive Camp liegt (unweit des Intrepit Camps), war uns schon lange als sehr Wild- und vor allem Katzenreich bekannt! Zwar lieben wir es auch, die Abende an unserem eigenen kleinen Lagerfeuer und die Nacht in einem leichten Schlafsack in unserem eigenen Safarizelt zu verbringen, so wie wir es auch auf unserer Safari im Februar gemacht hatten (siehe Bericht 2009 Feb). Aber in der Masai Mara ist ein zentral gelegenes Camp einfach von Vorteil. Wenn dann noch ein angenehmer Service und gewisser Luxus dazu kommt, dann ist das auch für uns als "Safari Camper" gar nicht mal so unangenehm, wie vor allem Petra immer wieder betont.
Das Mara Bush Camp bietet uns mit seiner Größe von nur 10 Zelten, die alle einen angenehmen Abstand zueinander haben und seinem Ambiente, welches pures Safarifeeling versprüht, viel Freiraum für ausgedehnte Pirschfahrten. Zeit, die wir sonst mit der Zubereitung von Mahlzeiten verbringen, können wir so für Wildbeobachtung nutzen. Dazu kommt, dass wir ein ausgezeichnetes Verhältnis zu den von Sunworld eingesetzten Fahrern haben, die uns gerne an ihrem Insíderwissen teilhaben lassen. Natürlich fahren wir nach wie vor ohne Funkgerät aber gute Tipps über Wildsichtungen, nehmen wir trotzdem gerne an!
Außerdem trifft man im Mara Bush Camp oft Gleichgesinnte und hat das Gefühl von Menschen umgeben zu sein, die die Natur, so wie man selber, lieben und die etwas Besonderes von ihrer Safari erwarten und ist nicht, wie leider immer öfter in irgendwelchen Camps oder Lodgen, vom lauten Massentourismus umgeben.

"An dieser Stelle liebe Grüße an Gerd Wagner und seine Frau, genauso wie an das nette Pärchen, welches uns freundlicher Weise den Serval überlassen hat ;-). Von beiden weiß ich, das sie regelmäßig unsere Berichte auf www.safari-wangu.de Lesen. Hoffe ihr hattet noch schöne Tage in der Mara und vielleicht bis irgendwann, irgendwo im afrikanischen Bush!"

Als wir in diesem September nun im Mara Bush Camp ankamen und freundlich, wenn auch durch Malaria etwas angeschlagen, von Anja der neuen Managerin begrüßt wurden, galt unsere Sorge erst einmal unseren Achsbolzen. Die hatten sich nämlich auf den letzten trockenen Bushpisten, die wie Waschbretter vor uns lagen, noch erheblich mehr losgerüttelt. Freundlicherweise stellte Anja mir ihren Camp Mechaniker zur Verfügung und während wir unser Zelt bezogen, überprüfte dieser unseren Wagen.
"They are all broken!"
sah er mich besorgt an,
"better we go to Talek and fix it!"
6 abgebrochene Achsbolzen, das war in der Tat nicht gut.

Ich besorgte mir also von Anja die Genehmigung ihren Camp Fundi mitzunehmen, lud neben Petra noch einen weiteren Masai mit in ins Fahrzeug ein und dann ging es mit zügiger Fahrt und gut 50 km/h Geschwindigkeit quer durch den Bush zurück zum kleinen Kaff Talek. Nach knapp 40 Minuten erreichten wir gegen 16.00 Uhr Talek und eine kleine Wellblechhütte an der mit großen Buchstaben "RAFIKI AUTO GARAGE TALEK call 0722 754819" geschrieben stand. Neben unserem Land Cruiser standen noch vier andere Geländewagen von verschiedenen Safarianbietern um die Hütte verteilt und ich war froh den Fundi vom Camp dabei zu haben. Sofort kümmerte man sich um meinen Wagen. Ein erstaunlich neuer, ja vermutlich nagelneuer, kleiner Generator wurde aus der Blechhütte herangeschleppt und ein Mechaniker (Fundi) begann damit Metallenden an die Reste der abgebrochenen Bolzen zu schweißen um diese aus den Schraublöchern zu bekommen. Klang ganz einfach, war aber eine endlose Fummelarbeit, die sich ewig lange hinzog. Immer wieder brach das angeschweißte Ende vom Bolzenrest ab oder der Bolzen ließ sich nicht bewegen. Es fing zwischendurch an zu regnen und es wurde wieder trocken, wir erlebten den schönsten Sonnenuntergang unserer gesamten Zeit in der Mara und es wurde dunkel. Von den anderen Geländewagen war schon lange keiner mehr da, als endlich so gegen 19.30 Uhr fünf der sechs Löcher frei waren. Gearbeitet wurde da schon lange im Licht von zwei Handys und meiner Taschenlampe.

Rafiki Auto Garage, Masai Mara
Rafiki Auto Garage, Masai Mara Rafiki Auto Garage, Masai Mara
Rafiki Auto Garage, Masai Mara


"hakuna bolt!"
bekam ich plötzlich mit, als sich meine beiden Fundis unterhielten,
wie keine Bolzen?
"in whole Talek no bolt"
sah man mich traurig an.
"and now?"
wollte ich wissen und bekam nur ein Achselzucken und
"It´s not good!"
als Antwort zurück, gleichzeitig hatte man aber angefangen den Platz auf dem der Land Cruiser stand, weiträumig nach alten Bolzen abzusuchen. Nach einer halben Stunde hatten wir vier halbwegs passende Bolzen gefunden, die irgendwie auch eingeschraubt und eingeschlagen wurden. Schon lange war klar, dass wir auf der Rückfahrt in Nairobi oder spätestens in Mombasa ein Neuteil einbauen mussten! Zu guterletzt wurde die Notreparatur noch verschweißt und was soll ich sagen es hatte in den folgenden Tagen, jeglichem Gelände getrotzt und gut gehalten. Nachdem 2500,- KSH, für 5 Stunden Arbeit, den Besitzer gewechselt hatten fuhren wir irgendwann nach 20.00 Uhr in völliger Dunkelheit zurück zum Camp.
"Night Game Drive "
stellte ich begeistert fest und Petra nickte nur müde. Sie war ziemlich froh dass ich es inzwischen schon geschafft hatte ordentliche Fotos Hasen hin zu bekommen, denn außer ca. 20 dieser Langohren sahen wir nur noch eine handvoll Topis, die vor uns die Piste kreuzten! Enttäuscht von der einstündigen Nachtfahrt, aber froh wieder einen einsatzbereiten Wagen zu haben erreichten kurz nach 21.00 Uhr das Mara Bush Camp, wo man uns freundlicher Weise das Dinner bereit gehalten hatte und wir waren froh, jetzt nicht noch über dem Feuer selber kochen zu müssen.


Mara Bush Camp Mara Bush Camp

Lange hielten wir uns heute nicht mehr am Lagerfeuer des Camps auf, wo unser kleines Fahrzeug "matata" und die Motivation Safaris selber zu fahren schon von einigen Gästen diskutiert wurden. Der Tag war für uns ereignisreich genug gewesen und wir wollten morgens früh raus.
Neben der Annehmlichkeit, nach unserem Werkstattaufenthalt noch ein spätes Dinner in Büfett Form erhalten zu haben, genossen wir es jetzt, in ein richtiges Bett unter ein großes Moskitonetz zu krabbeln, anstatt in unsere Schlafsäcke zu kriechen.

Obwohl wir beide sehr müde waren, nahmen wir sehr wohl das Nahe Gebrüll der Löwen und das Gekicher einiger Hyänen war und Freuten uns beide auf den nächsten Tag!
Die Erlebnisse des letzten Jahres hatten Maßstäbe gesetzt, Maßstäbe die nur schwer zu erreichen und noch schwerer zu Toppen waren. Im September 2008 erlebten wir in nur wenigen Tagen, Geparden mit Neugeborenen beim Jagend und Fressen, verschiedene Leoparden mit Kill und Hyänen und Löwen die jeweils ein Gnu Rissen. Kurz jeder größere Fleischfresser der Masai Mara zeigte uns live was er in Sachen Jagen und Fressen so drauf hatte. (siehe Bericht 2008 Sep) Da wir aber wussten, das man nicht immer genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein kann, hatten wir uns hauptsächlich vorgenommen einige der Raubkatzen wieder zu treffen, die wir aus den Vorjahren kannten und möglichst etwas zu erleben oder zu sehen, was wir noch nie erlebt oder gesehen hatten. Das auch das nach fast 20 Jahren nicht einfach war, war uns allerdings klar!

Mara Bush Camp


Ich hatte schon mit dem restlichen kalten Duschwasser des Vortages die Müdigkeit von mir gespült, als man uns wie gewohnt um 05.30 Uhr, Tee mit Milch vor das Zelt brachte. Übrigens auch etwas auf das wir beim selber zelten meist verzichten müssen! Wenig später brachen, obwohl es leicht bewölkt war, die ersten feinen Sonnenstrahlen durch die dünnen Zweige über uns. Für uns das Zeichen zum Aufbruch. Wir waren die ersten an diesem Morgen, die das Camp verließen und genossen auf unserer ersten Morgen Pirschfahrt, die weite vor uns liegende Masai Mara, als ob sie nur für uns da wäre. Das Wildaufkommen in der Nähe des Camps am Talek River hielt sich absolut in Grenzen, von der Migration, wie schon am Vortag keine Spur. Nicht ein einziges Gnu bekamen wir an diesem Morgen zusehen und von den Verursachern des nächtlichen Gebrülls entdeckten wir nur ein Weibchen schlafend am Ufer des Olare Orok River . Umso mehr freuten wir uns über eine Gepardin, die kurz vor unserem Eintreffen eine Thomson Gazelle erlegt hatte und gerade mit dem Fressen begann. Interessant war dabei für uns zu beobachten, dass von der Beute höchstens ein Drittel gefressen wurde und die Katze dann deutlich satt aber ohne ersichtlichen Grund von der Mahlzeit abließ und sich in den Schatten einiger Büsche zurückzog ohne den Riss zu verstecken! Das war dann auch der Moment, an dem wir unsere Beobachtungen abbrachen und uns entschlossen, zum Frühstück in das nahe Mara Bush Camp zurück zu fahren.

Gepard, Acinonyx jubatus
Cheetah Kill

Gepard, Acinonyx jubatus Gepard, Acinonyx jubatus
Gepard, Acinonyx jubatus
Gepard, Acinonyx jubatus Gepard, Acinonyx jubatus
Gepard, Acinonyx jubatus
Gepard, Acinonyx jubatus Gepard, Acinonyx jubatus


Wir waren die einzigen die um diese Zeit Frühstücken wollten, die anderen Gäste hatten schon oder hatten ihr Frühstück mit in den Bush genommen und so genossen wir die Privatsphäre und den guten Service mitten im Bush. Neben uns River hörten wir, unten im River, die Flusspferde schnauben und prusten, während wir Eier mit Speck und heißen Tee mit Milch zu uns nahmen. Nach dem Frühstück durchquerten wir mit dem Land Cruiser den kleinen Olare Orok River am "Smelling Crossing", wie die vom Flusspferdkot stinkende Furt am Ende des Ol Kiombo Airstrip genannt wird und fuhren in Richtung Mara River und Musiara Swamp. Unser Ziel war das Musiara Löwen Rudel und vor allem wollten wir versuchen die Gepardin (Shakira) mit ihren verbliebenen drei Jungen zu finden, von der wir wussten, das sie inzwischen von einem Disney Filmteam begleitet wurde. Was uns die Sicherheit geben würde auch die richtigen Geparden zu beobachten. Im September 2008 waren wir durch das Filmteam von Jonathan Scott auf die Gepardin aufmerksam geworden. Damals wurde die Raubkatze mit ihrn anfänglich 5 Jungen, wochenlang von Fahrzeugen von "Big Cat Diary" begleitet, was uns die Möglichkeit gab, die Familie eine Woche lang täglich zu beobachten. Wir konnten damals unter anderem miterleben, wie die erfahrene Mutter jagte und wie die kleinen Geparden das ertse Mal in ihrem Leben Fleisch frassen. (siehe Bericht: 2008 September)


oben die von "Bic Cats" getaufte Gepardin Shakira, mit vier von ihren damals fünf Jungen; Foto 03.10.2008
unten, drittes Tier von links, "Shakira" mit den inzwischen 13 Monate alten verbliebenen drei Jungtieren! Foto 22.09.2009
Shakira, Gepard

Shakira, Gepard
Sie sehen erwachsen aus, sind es aber noch nicht!
Noch sind die 13 Monate alten Geparden nicht in der Lage selbständig zu Jagen!


Kaum hatten wir die steile Furt passiert, tat sich vor uns eine scheinbar andere Welt auf. Große Herden von Zebras und ungewöhnlich viele Topis grasten friedlich in der Savanne. Hier war das Wild also, obwohl sich die Landschaft auf den ersten Blick nicht von der anderen Seite des Olare Orok Rivers unterschied, machte es den Eindruck, als ob sich fast alle Tiere der Masai Mara zwischen dem Olare Orok River und den Musiara Sümpfen aufhielten. Wobei wir über das Wildvorkommen südlich des Mara Rivers nichts sagen können. Hatten wir am morgen noch mit langen Hälsen aus dem Dach geschaut um überhaupt ein Stück Wild zu finden, fuhren wir nun wie um diese Zeit in der Mara gewohnt, durch Herden von Gnus und Zebras, vorbei an Topis und Thomson Gazellen und großen Familienverbänden von Impalas. Wir erfreuten uns an Warzenschweinfamilien mit ihrem quirligen Nachwuchs und verbrachten eine ganze Zeit mit der Beobachtung einiger Löffelhunde, die scheu aber neugierig in unserer Nähe spielten und tobten!

Es dauerte nicht lange, dann hatten wir auch Shakira und ihren inzwischen recht erwachsenen Nachwuchs gefunden. Die Geparden Familie lag unter verschiedenen Büschen im Schatten und ruhte, umzingelt von einigen Safarifahrzeugen. Wir beschlossen später wieder nach ihnen zu sehen, wenn es ruhiger um sie herum war. Gegen Mittag erreichten wir die Musiara Sümpfe und noch ehe wir das hier dominante Löwenrudel aufspürten, erweckte ein weiterer Gepard unsere Aufmerksamkeit. Angespannt blickte das Tier in die gegenüberliegenden Büsche. Außer drei großen Grantgazellen, war keine Beute in Sichtweite. Aber es waren auch nicht die Grantgazellen, die den Geparden beschäftigten. Mit dem Fernglas entdeckte ich im gegenüber liegenden Busch ein Löwenmännchen des Musiara Rudels!

Shakira, Gepard Shakira, Gepard
Shakira, Gepard



Um die Mittagszeit ist man oft alleine in einigen Gebieten der Mara und so pendelten wir eine ganze Weile zwischen dem Geparden und dem Löwenrudel hin und her. Insgesamt konnten wir 9 Tiere des großen Musiara Rudels in den Büschen aufspüren und freuten uns, noch mehr "alte Bekannte" vom letzten Jahr wieder gefunden zu haben.

Erschrocken waren wir dann, als wir den Mara River erreichten. Zwar hatten wir schon von einem Besorgnis erregenden Wasserstand gehört, aber mit so wenig Wasser hatten wir nicht gerechnet! Das Wasser des Rivers breitete sich z.B. am Paradies Crossing noch im ganzen River aus, aber der Wasserstand reichte kaum aus, das Krokodile oder gar Flusspferde untertauchen konnten. Eine kleine Gruppe von wenigen Gnus überquerte den Fluss, durch einfaches durchschreiten. In der Nähe des Governors Camp, dort wo sich der Mara River vorbei und durch die Galerie Wälder schlängelt, gab es Stellen mit großen Sandbänken und an anderen Stellen drängten sich dutzende von Flusspferden in den verbliebenen letzten tieferen Wasserlöchern im Flussbett.


September 2009, sehr wenig Wasser im Mara River



Unser Lunch hatten wir uns aus dem Camp mitgeben lassen, auf unseren ausdrücklichen Wunsch hin, nur einige Sandwich und ein paar Getränke und so suchten wir uns eine geeignete Stelle direkt am Mara River, breiteten unsere Decke aus und ließen es uns umringt von diversen Wild gut gehen. Natürlich hatten wir uns vorher überzeugt, dass der Platz Raubtier frei war. Viele andere Wildtiere allerdings grasten friedlich in nicht einmal 30 Meter Entfernung. Und das war ein wunderschönes Gefühl von Freiheit, abseits der Zivilisation, im Freien zu sitzen, umringt von Zebras, Kaffernbüffeln, Elenantilopen, Impalas, Topis, Gnus, Warzenschweinen und Flusspferden. Über uns kreisten zwei Kampfadler und in einiger Entfernung bewegt sich eine große Gruppe von Pavianen auf uns zu.

Jörg Reinecke
Lunch am Ufer des Mara Rivers

Petra Reinecke Jörg Reinecke

Wir hatten unser Lunch schon beendet, als wir bemerkten, das sich einige größere Pavian Männchen bis auf 30 Meter an unseren Lagerplatz herangewagt hatten und nun im Schutz der Bäume und Büsche unser Treiben beobachtete. Im Samburu Reservat hatte ich beobachtet, wie fünf Paviane einen Leoparden von seiner Beute vertrieben und im letzten Jahr hatte ich Fotos gemacht wie einige Paviane sich die Jagdbeute eines Geparden teilten und ein Thomson Kitz verspeisten. Wir wussten also, dass wir es bei Pavianen nicht mit niedlichen Affen zu tun hatten, sondern die Tiere eine ernstzunehmende Gefahr da stellen konnten. Letztendlich war es ja auch ihr Reservat und nicht unseres und so traten wir einen geordneten Rückzug an und überließen den Lagerplatz der Affenhorde, die sich sofort über die Stelle hermachte und vergeblich nach Speiseresten suchte. Wie lange die Tiere uns wohl schon beobachtet hatten?

Unwetter Masai Mara


Am Nachmittag spürten wir dann Shakira und ihr Jungen ein weiteres mal auf und beobachteten wie das jagterfahrene Weibchen eine Thomsongazelle verspeiste. Anschießend wechselten wir dann aber wieder hinüber auf die Kiombo Seite, da sich über uns dunkle Wolken zusammenzogen und wir nur all zu gut wussten wie schnell die jetzt noch trockenen Pisten der Mara zu schmierigen Schlitterbahnen wurden. In der Nähe des Mara Bush Camps entdeckten wir dann auch einige der Kiombo Löwen und wurden in der Abenddämmerung Zeugen eines interessanten Schauspiels.
Fünf halbwüchsige Löwen des Rudels (3 Männchen und zwei Weibchen) lagen in der Nähe des Olare Orok Rivers und dösten, als sich ein ausgewachsener Kaffernbüffel Bulle näherte. Unbeirrt, grasend, folgte der riesige Fleischkoloss der eingeschlagenen Richtung geradewegs auf die Löwen zu. Diese hatten den Büffel längst entdeckt und zumindest die Männchen machten einen interessierten Eindruck. Während ein Männchen sich nur aufrichtete und den Büffel fixierte, schlichen sich zwei weitere in die Büsche und tauchten wenig später hinter dem Rücken des Büffels wieder auf. Auch der Kaffernbüffel hatte die Löwen längst bemerkt, machte aber weder anstallten zu flüchten, noch die Raubkatzen anzugreifen. Obwohl die Löwen sich immer wieder bis auf wenige Meter dem Büffel näherten, zeigte dieser sich bis auf das Heben des mächtigen Kopfes absolut unbeeindruckt. Wir waren fasziniert von der Gleichgültigkeit des Büffels und der Unentschlossenheit der Löwen. Ein solches Zusammentreffen von fünf Löwen und einem Kaffernbüffel hätten im Tsavo zumindest einen erbitterten Kampf bedeutet! Hier in der Mara aber und vor allem während der Zeit der großen Gnuherden hatten es die Löwen offensichtlich nicht nötig das Verletzungsrisiko beim Kampf mit einem Büffel einzugehen!



Wir ließen den Tag entspannt im Camp ausklingen und ich freute mich über einen kleinen Frosch vor unserem Zelt, der wenn richtig identifiziert eine weitere Froschart in unserer "Tierliste" darstellt. Nach dem Dinner genossenen wir wie so häufig in den afrikanischen Nächten einen Gin Tonic und schrieben unsere Erlebnisse in unser Tagebuch! Wieder hörten wir nachts die Löwen brüllen und die Hyänen kichern, gegen Mitternacht dann allerdings ein zunächst ungewohntes Geräusch. Irgendetwas versucht vom Ufer des Rivers hinauf vor unser Zelt zu kommen. Ein Elefant oder ein Flusspferd sind Petras ersten Gedanken. Wenig später hören wir dann das schmatzende Grasen neben unserem Zelt, ein Hippo (Elefanten machen nicht so einen Krach!) Deutlich zu erkennen gab sich das Tier dann, als es genau neben uns seine Duftmarke hinterließ und Petra und ich waren heilfroh, dass die Zeltwände vor dem Fenster herunter gelassen waren. Wissen wir doch, wie Flusspferde ihren Kot mit Hilfe propellerartiger Bewegungen ihres kurzen Schwanzes in der Gegend verteilen. Währe sicher ein schöner Spaß geworden, währe diese stinkende Ladung durch die Moskitogaze des Fensters in unser Bett geschleudert worden. Am Morgen untersuchten wir die Spuren, die unser nächtlicher Gast hinterlassen hatte, ehe wir wieder hinaus in den Bush fuhren.

Frosch Masai Mara


Die Wolken vom Vortag waren verschwunden und uns erwartete ein blutroter Sonnenaufgang. Nachdem wir uns gestern einen Überblick über Wildbewegungen und aktuelles Landschaftsbild gemacht hatten, wollten wir an diesem Tag am liebsten ein wenig Action beobachten.
Da die Kiombo Löwen (3 große Männchen, mehrere Weibchen und die besagten fünf Halbwüchsigen) einen eher satten Eindruck machten und weit verteilt in der Nähe des Camps unter verschiedenen Büschen und Sträuchern ruhten, machten wir uns auf die Suche nach anderen Raubkatzen. Lange mussten wir nicht suchen und entdeckten im hohen Gras eine hungrige Gepardin, die eine Gruppe von Thomson Gazellen angenommen hatte. Die gefleckte Jägerin war bald unseren Augen entschwunden und wir mussten uns eine ganze Weile nur auf ihre vermeintliche Beute konzentrieren. Plötzlich aber schoss die schnelle Raubkatze aus dem hohen Gras hervor und stürmte auf die Gazellen zu, diese sprangen mit hohen weiten Sprüngen davon und flüchteten zunächst erfolgreich. Zum wiederholten male beobachteten wir nun, wie der Gepard, anstatt erschöpft aufzugeben, nach kurzem Aufblicken und Innehalten, erneut los stürmte und in weiten Sätzen, der Beute schnell näher kam. Dann sahen wir nur noch eine Staubwolke und Sekunden später war die Raubkatze von der Bildfläche verschwunden.
"Kill!"
bemerkten wir zufrieden und nährten uns der vermuteten Stelle vorsichtig mit dem Fahrzeug. Das Gelände war steinig aber offen und so konnten wir uns eine gute Position suchen, ohne die Katze zu stören! Noch war die Beute nicht tot! Als wir die Gepardin erreichten hielt sie ihr Opfer noch fest im würgenden Kehlbiss. Erst Minuten später ließ sie die Thomson Gazelle los und hockte sich erschöpft vom Spurt neben ihre Beute. Aber sie hatte sich eine große ausgewachsene Thomson Gazelle ausgesucht und der Kehlbiss schien nicht entschlossen oder lange genug angesetzt gewesen zu sein. Die Gazelle atmete noch deutlich und schlug plötzlich wieder mit den Beinen. Sofort setzte die Gepardin wieder den Kehlbiss an, diesmal heftiger, blutiger als beim ersten Mal. Vermutlich hatte nach dem langen Sprint die Kraft nicht mehr ausgereicht um diese große Beute sofort zu töten, nun aber Minuten nach der erfolgreichen Jagd hatte sie ihre Beute unter Kontrolle und auch getötet. Nach kurzer Pause fing sie an die große Thomson Gazelle am After zu öffnen, mit der Zunge das Fell zu entfernen und dann die Innereien zu fressen.

Gepard, Acinonyx jubatus
Cheetah Kill again

Gepard, Acinonyx jubatus

Gepard, Acinonyx jubatus

Gepard, Acinonyx jubatus
Gepard, Acinonyx jubatus Gepard, Acinonyx jubatus

Gepard, Acinonyx jubatus



An den folgenden 5 Tagen konzentrierten wir uns auf die Wildbeobachtung in dem Gebiet zwischen Kiombo Airstrip und dem Musiara Sümpfen im Westen der Mara. Wir verbrachten viel Zeit mit den Kiombo und Musiara Löwen, beobachteten einen Leoparden, wie er sich einen Ruheplatz für den Tag suchte, eine Löwin mit ihren Neugeborenen, sowie eine Löwin die vergeblich versuchte ein Warzenschwein zu erbeuten, einen Serval bei der Jagt auf Kleintiere und entdeckten einen weiteren Geparden mit seinem Kill. Ein ganze Weile verbrachten wir in der Nähe eines Hyänen Clans und standen stundenlang zwischen hunderten von Zebras. Wir erlebten Krokodilangriffe auf Zebras am Mara River und ungewöhnlich viele Flusspferde die tagsüber außerhalb der Flüsse weideten. Die interessanteste Beobachtung machten wir, als wir drei Stunden lang 17 Nilkrokodile beobachteten, wie sie ein junges Gnu verspeisten. Den eigentlichen Kill hatten wir verpasst, wir erreichten den Ort des Geschehens am Mara River erst als die Beute schon geschlagen war. Wer nun erwartete, das die Krokodile ihre Beute unmittelbar nach ergreifen, im Wasser zerrissen, der wurde enttäuscht und auf eine lange Geduldsprobe gestellt. Drei Stunden verbrachten wir in der Mittagshitze, angespannt wartend, wann das große Fressen beginnen würde. Immer wieder testeten die Krokodile die Beute mit dem Maul. Langsam öffneten sie ihre teilweise riesigen zahnbewährten Mäuler und schoben sich ganz langsam über das Gnukalb, um dann aber doch wieder loszulassen. Hin und wieder ergriff eines der Tiere die Beute und schwamm mit ihre an eine andere Stelle des Mara Rivers, gefolgt von einigen andren Krokodilen, die das Kalb wieder zurück zehrten. Es war, als ob jedes Krokodil genau wusste, wenn es jetzt zuschnappt, bekommt es vielleicht nur diese eine Stück ab. Und plötzlich war es soweit, ohne Vorwarnung biss ein großes mindestens fünf Meter langes Krokodil in ein Bein des Gnus, rotierte ein-, zweimal um die eigenen Achse und verschwand dann mit dem Bein im Maul. Jetzt gab es kein Halten mehr, das Wasser des Mara schien zu kochen, es brodelte. Immer mehr Krokodilkörper drehten sich um die eigenen Achse, um möglichst große Stücke aus der Beute zu reisen. Große und kleine Schädel erhoben sich aus dem Wasser, warfen die Beute in die Luft um sie dann wieder aufzufangen und in einem Stück zu verschlingen. Krokodilköpfe schlugen hin und her und zerrten immer wieder am toten Gnukörper, der sich nun in kurzer Zeit aufzulösen schien. Der niedrige Wasserstand erlaubte uns eine sehr gute Beobachtung des Spektakels.
Zwar pflegen wir nun schon seit vielen Jahren Nilkrokodile im Boko Boko und ich habe schon so manche Fütterung, mit so manchem Futtertier durchgeführt, aber wilde Krokodile hatten wir noch nie dabei beobachtet, wie sie ihre Beute zerrissen.

Nilkrokodil, Masai Mara
Mara River, 17 Nilkrokodile fressen ein junges Gnu
Krokodil Masai Mara Krokodil Masai Mara
Krokodil Masai Mara Krokodil Masai Mara Krokodil Masai Mara
Krokodil Masai Mara

Krokodil Masai Mara Krokodil Masai Mara
Krokodil Masai Mara

Krokodil Masai Mara
Krokodil Masai Mara Krokodil Masai Mara
Krokodil Masai Mara

Krokodil Masai Mara Krokodil Masai Mara
Krokodil Masai Mara Krokodil Masai Mara Krokodil Masai Mara


Wir wussten auch von einem Leoparden Weibchen mit zwei Jungtieren von wenigen Wochen, welche sich in der Nähe des Mara Bush Camps aufhalten sollte, allerdings wurde die arme Katze am Morgen nach unserer Ankunft am "Smelling Crossing" von ca. 40 Fahrzeugen derart bedrängt, das sie entweder ihre Jungen gut versteckt hatte und erst einmal Ruhe suchte oder zusammen mit den Jungen in ein anderes Gebiet umgezogen ist. Jedenfalls bekamen wir sie im September nicht zusehen und in der Woche nach dem Vorfall am "Smelling Crossing" auch niemand anders mehr! Also blieb es bei dieser Safari in der Masai Mara bei unserer einen Begegnung mit einem Leoparden. Wir hatten die kräftige gefleckte Katze am frühen Morgen in der Nähe des Talek Rivers zwischen dichten Sträuchern entdeckt, und dann beleitet, bis sie mit zwei, drei kräftigen Sprüngen einen Baum erklomm, es sich auf einem starken Ast gemütlich machte und anfing sich von der nächtlichen Jagt zu erholen. Jedenfalls hatte sich der Leopard bis zum späten Abend auf dem Baum aufgehalten und nur zwischen durch den Ast und die Position gewechselt.

Leopard Masai Mara Leopard Masai Mara Leopard Masai Mara
Chui, Leopard in der Masai Mara
Leopard Masai Mara

Leopard Masai Mara


Viel aktiver als der Leopard war das Löwenrudel am Ol Kiombo Airstrip in diesen Tagen auch nicht. Hatte uns ein Teil des Rudels im letzen Jahr noch den Gefallen getan, vor unseren Augen und Kameras ein Gnu zu schlagen (siehe Bericht 2008 September), so beobachteten wir die Raubkatzen bei diesem Aufenthalt meist nur beim Tagverträumen. An einem Tag unserer Beobachtungen kamen uns zwei der drei das Rudel führenden Männchen in Begleitung von drei Weibchen und den bereits erwähnten fünf Halbwüchsigen in den frühen Morgenstunden entgegen. Wir beobachten die Tiere eine ganze Weile, wie die Männnchen das Revier markierten und Zärtlichkeiten ausgetauscht wurden. Außerdem sahen wir fasziniert zu, wie die männlichen Teennager, einer nach dem anderen, immer wieder die Nähe und den Körperkontakt zu einem der alten Männchen suchten.

Ol Kiombo Masai Mara
Ol Kiombo Löwen
Ol Kiombo Masai Mara Löwen Ol Kiombo Masai Mara
Ol Kiombo Masai Mara

Löwen Ol Kiombo Masai Mara

Löwen Ol Kiombo Masai Mara

Löwen Ol Kiombo Masai Mara

Ursprünglich hatten wir geplant nach unserem Aufenthalt im Mara Bus Camp, noch in eine andere Region des Mara Reservates zu wechseln. Da sich aber sowohl Wild als auch viele Fahrzeuge einschließlich derer von Fig Tree und von der Keekorok Lodge in ein und demselben Gebiet im Westen der Mara aufhielten, beschlossen wir zurück nach Nairobi bzw. in Richtung Nyeri zu fahren, wo sich auf der Sandai Farm bei Petra ebenfalls zwei Leopardenbabys mit ihrer Mutter aufhalten sollten. Am Ende der Safari war dann ja noch ein Aufenthalt im Tsavo geplant, in der Hoffnung auf ungestörte Wildbeobachtung und vor allem um uns ein Bild über die Auswirkungen der Dürre zu machen!

Nach einer Morgenpirschfahrt und einem ausgiebigen Frühstück verabschiedeten wir uns für dieses Jahr im Mara Bush Camp, überquertem hinter dem Intrepid Camp den Talek River und fuhren quer durch den Osten der Mara bis zum Sekenani Gate. Immer noch gab es in diesem Abschnitt der Mara wenig Wild und so gut wie keine Gnus! Allerdings fanden wir unseren Steinböckchen Bock wieder, der sich immer noch im selben Gebiet aufhielt und diesmal in Begleitung eines Weibchens war.

Steinböckchen, Msai Mara Steinböckchen, Msai Mara


Gegen Mittag verließen wir das Reservat und fuhren über die Sandpiste in Richtung Narok, als plötzlich unser Motor ins Stocken geriet. Ich schaltete sofort auf den ersten Tank zurück, rechnete still vor mich hin und kam zu dem Ergebnis, der zweite Tank, mit dem zuletzt gefahren wurde muss noch mehr als halbvoll sein. Also wieder umschalten, richtig gerechnet aber trotzdem falsch. Wir standen und der Motor auch. "Prima Gegend zum Liegenbleiben!" meinte Petra!
Hatte ich mich den so verrechnet? Ein Land Rover von Pollmann stoppte, aber der Fahrer verwies auf das nächste Fahrzeug, welches kommen sollte.
"The next driver knows somthink about Land Cruiser!"
ließ er mich kurzerhand "in the middle of nothink" stehen. Aber wir brauchten tatsächlich nicht lange auf den zweiten Wagen warten und der Fahrer war nicht nur freundlich, sondern auch Hilfsbereit. Ich schilderte kurz die Situation, schaltete wieder auf Tank Nr. 1 und gemeinsam pumpten wir mit Hilfe der Dieselpumpe wieder Diesel nach. Ich entschuldigte mich noch bei den wartenden Safarigästen und dann konnten wir schon weiterrollen in Richtung Narok. In Narok ließen wir dann ein weiteres mal Getriebeöl und Differenzialöl überprüfen!
"How much!" sah ich den Fundi an, der uns freudestrahlend wieder erkannte.
"800,- bobs!"
sagte er und fügte hinzu:
"you are my friend!"
"Yes, of corse and so that our friendship runs a long time, you get 400,- bobs!"
lächelte ich zurück und erntete ein Nicken und ein breites Grinsen!
Petra stellte noch fest, das eine ganze Reihe bunter Kabel und Drähte unter dem Land Cruiser herumbaumelten und ich wollte besser gar nicht wissen, welche Funktion all diese Drähte ursprünglich mal hatten, sicher hatte einer auch mit der Dieselpumpe bzw. dem Umschalter für den hinteren Tank zu tun! Aber solche Sachen waren ganz alltägliche Safarischäden und wir entschlossen uns alles unter dem Wagen festbinden zu lassen und an der Küste in Ordnung zu bringen! Die weitere Fahrt verlief dann auch ohne Zwischenfälle.


Safari Februar 2009 Teil III, Dürre im Tsavo - (hier gehts weiter im Text)



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Großwild Beobachtung in der Masai Mara
Petra Reinecke safari wangu
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safari wangu Jörg Reinecke, Masai Mara
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Safari Februar 2009 Teil III, Dürre im Tsavo - (hier gehts weiter im Text)